Achim Knorr
Die Erde ist eine Scheibe Wurst
Pilzkopf, Marinejacke, ausgelatschte Turnschuhe. Achim Knorr wirkt wie ein etwas durchgeknallter britischer Popmusiker. Ein Sgt. Pepper der Comedy-Szene. Ein sympatischer Chaot, der uns mitnimmt auf einen Trip in die Welt der Kleinigkeiten, Nebensächlichkeiten und Ungereimtheiten. Und uns obendrein erfreut mit kleinen Song-Perlen auf der E-Gitarre. Comedy mit Achim Knorr, das ist verbaler Slapstick pur!
Lustvolles Scheitern an den einfachsten Dingen des täglichen Lebens. Ein Mann unternimmt einen Stadtbummel, erliegt nach 2 Minuten seiner akuten Reizüberflutung, und setzt seine Verwirrtheit um in ein Gag-Feuerwerk im Stile eines Heinz Erhard. Was ihn auszeichnet, ist sein Blick für`s Unwesentliche:
Pointenreiches Verstricken in unwichtigen Details.
Achim Knorr rezensiert schlecht formulierte Verpackungs-Aufschriften und träumt von einer Revolte der Kassenpatienten. Er singt Lieder, die keine sind, und erlebt Dinge, die es nicht gibt. Seine Themen sind so bunt wie ein Vogelkäfig:
Orientierungslose Fussball-Rowdies, Handies in der Kläranlage, Zyklopen im Sportunterricht, fotokopierte Schamhaare oder Alufolie zwischen den Zähnen. Am Ende siegt die Erkenntnis:
Die Wahrheit liegt vor uns auf der Strasse und wir müssen versuchen, nicht reinzutreten.
Was muss man nehmen, um so drauf zu kommen? Wir wollen das Gleiche!
"Das ist nur dieser blöde Gag-Zwang, und darunter leide ich selbst am meisten", behauptet er. Aber wir ahnen: in Wirklichkeit geniesst er jedes Wort. Die Presse vergleicht ihn mit Heinz Erhardt. Die schreibende Zunft dagegen sieht in ihm den legitimen Nachfolger von Otto Waalkes. Seine wahren Vorbilder aber sind Adorno und Gerd Müller. "Ich glaube, ich muss mich bei Achim entschuldigen. Er ist nicht crazy … er ist komplett verrückt." (Barbara Schöneberger)