My Own Sense
Sängerin Michèle stand uns Rede und Antwort ...
1. Wie steht ihr allgemein zu Festivals und Rock am Ring im Besonderen?
My own Sense: Ich war noch nie bei Rock am Ring, irgendwie hat das zeitlich nie hingehauen bei mir. Letztes Jahr wollte ich super kurzfristig hin, hätte beinahe noch Karten bekommen und dann sollte es mal wieder nicht sein. Ich habe mich dann aber dann das ganze Wochenende vor den Fernseher gepackt und mich gefreut, das Ganze von einer gemütlichen, und vor allem trockenen, Position aus genießen zu können.
2. Welche Festivals habt ihr privat schon besucht?
My own Sense: Besonders gerne gehe ich auf das Rheinkultur Festival, das bietet immer eine riesen Vielfalt an Bands und ist dazu noch umsonst, was will man mehr?
3. Was bedeutet es für euch bzw. würde es bedeuten bei Rock am Ring auf der Bühne zu stehen?
Rock and Roll Overkill! Das will man doch als Band haben, oder? Die eigenen Songs auf einer riesen Bühne vor eine Horde von partywilligen Leuten zu spielen.
4. Welcher Auftritt war für euch besonders spektakulär und warum?
My own Sense: Der Gig im Vorprogramm der H-Blockx. Erstens hatten wir den Heimvorteil und zweitens haben wir gemerkt, dass wir, je größer die Bühne ist, ebenfalls immer größer werden.
5. Was ist euch schon mal Peinliches auf der Bühne passiert?
My own Sense: Mir ist vor ca. einem Jahr auf der Bühne mal beim Springen mein trägerloses Kleid verrutscht, und zwar in genau der Art und Weise, in der das nicht passieren sollte. Ich hab das anfangs gar nicht gemerkt, ich war so drin… tja, das ist halt live, was?
6. Was gehört bei euch zu einem guten Catering dazu?
My own Sense: Bei den Jungs irgendwas mit Fleisch, bei mir halt was ohne, da ich Vegetarier bin. Eigentlich sind wir da ziemlich anspruchslos, wenn man viel live unterwegs war, ist man ja zum Teil froh, Brötchen vorzufinden. Und dann merken, liebe Caterer: Es nutzt nix, für die Vegetarier die Leberwurst unter dem Käse zu verstecken, die merken das!
7. Wie vertreibt ihr euch die Zeit im Tourbus?
My own Sense: Meist lachen und reden wir die ganze Zeit, oder die Jungs machen halt Quatsch auf der Rückbank, es gibt unzählige Livevideos von unseren Fahrten, die das belegen, guckt mal auf die Page. Wir sind die Könige des Schwachsinn filmens.
8. Mit welcher Band / welchem Künstler würdet ihr gerne mal zusammen auftreten?
My own Sense: Ich persönlich würde gerne mal mit den Foo Fighters die Bühne teilen, ich finde die einfach genial, die haben es einfach raus, mich mit ihren Songs zu kriegen!
9. Wie seid ihr zur Musik gekommen und warum habt ihr sie zum Beruf gemacht?
My own Sense: Du wächst mit Musik auf, hörst sie im Radio, siehst sie im Fernsehen, irgendwann willst du das auch. Ich hatte erst an der Uni meine erste Band. Es gab zwar eine Rock AG an unserer Schule, aber mir wurde immer gesagt, ich wäre evtl. nur was für den Chor. Für einen Solostimme würde es bei mir nicht reichen. Tja, kann halt immer anders kommen, als die anderen denken.
10. Wodurch lasst ihr euch beim Schreiben ihrer Songs inspirieren?
My own Sense: Ich kann das ja hauptsächlich aus der Sicht des Textschreibers sagen: Ganz oft durch andere Songs und das, was sie bei mir auslösen. Das kann ich dann transportieren auf meine Ideenwelt. Oder durch einen Ausspruch, den jemand tut, einen Satz, der eine Ausspruch, einen Gedanken, einen Wunsch auf den Punkt bringt. Halt eine Zentralidee, die einen komplexen Zusammenhang auf die Kernaussage reduziert. Und dann steckst du da den symbolischen Strohhalm rein, blubberst das mit deinen Emotionen und aller Inbrunst auf, und gibst dem Ganzen Zeit zu reifen.
11. Welcher eurer eigenen Songs ist euer Favorit und warum?
My own Sense: Klar, die neuesten Songs sind meistens die, die man frenetisch feiert. Bei mir ist das zur Zeit der 'New song for new morning'. Der Text ist als „Mutmach-Kopfhoch-Leb und leg los-Song“ geschrieben für deinen Lieblingsmenschen, es ist wichtig, dass du jemanden hast, der an dich glaubt, das gibt dir Kraft, alles zu schaffen, was du willst.
12. Welche Band hat euch mal positiv überrascht und warum?
My own Sense: Ich war von Tokio Hotel überrascht, ich habe mal ein Livekonzert von denen gesehen (naja, im Fernsehen), die Jungs haben sich echt lange im Proberaum eingeschlossen, dass merkt man, wenn man die auf der Bühne sieht.
13. Was war die erste Platte / CD die ihr gekauft habt?
My own Sense: Meine erste LP Depeche Mode – Speak and Spell. Die habe ich auf dem Flohmarkt gekauft, ich fand das Cover toll, kannte die Band damals gar nicht.
Meine ersten Singles: ein Spontankauf mit 11 Jahren nach einem Kieferortophädentermin, ich musste auf den Bus warten und bin zu Woolworth rein und habe dort für sage und schreibe jeweils 50 Pfennig auf dem Wühltisch von Rick Astley „Never gonna give you up“ und LL Cool J „I need love“ gekauft. Ich hab die Platten immer noch.
14. Welches Album habt ihr zuletzt gekauft?
My own Sense: Paramore - Riot
15. Was ist euer Lieblingsalbum?
My own Sense: z. Zt. Paramore – Riot
16. Wem würdet ihr gerne mal die Meinung sagen?
My own Sense: Ich sag sie doch schon, jedem der zuhört, jeden Abend auf der Bühne.
17. Wie verbringt ihr eure Freizeit und wo kann man euch dabei treffen?
My own Sense: Wenn wir nicht gerade im Proberaum sind oder auf der Bühne stehen, sind wir super gerne bei Family & Friends, tanken da auf, lachen und haben Spaß zusammen. Ich persönlich liege super gerne in der Badewanne und schmiede Pläne.
18. Habt ihr vor Konzerten ein bestimmtes Ritual?
My own Sense: Wir umarmen uns und wünschen uns eine gute Show.
19. Warum sollten Leute, die euch nicht kennen, eure Konzerte besuchen?
My own Sense: Eins meiner Lieblingsworte: Biofeedback. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass das Publikum einen riesen Anteil an der Power hat, die eine Band auf der Bühne rüberbringt. Ganz klar: Wenn die Leute abgehen, kannst du gar nicht anders als im Kreis zu grinsen.
20. Ein letztes Wort an die Welt:
My own Sense: new song for new morning: Es gibt immer einen neuen Morgen und einen neuen Song, der darauf wartet, geschrieben zu werden. Es gibt immer jemanden der an dich glaubt, fang an das auch zu tun.
Vielen Dank für das Interview!